Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate konnten wir Professor Dr. Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts / HWWI, am Abend des 15. Oktober bei uns begrüßen. „Wirtschaftliche Folgen der Corona-Pandemie“ – selten war das Thema eines Clubabends aktueller, denn am selben Tag hatten Bund und Länder weitergehende Corona-Maßnahmen beschlossen, die den stetig steigenden Infektionszahlen entgegenwirken sollten. Man munkelte schon von einem zweiten Lockdown…  

So startete er seinen Vortrag mit den Worten: „Der schwarze Schwan ist gelandet“ und spielte damit auf einen Buchtitel von Nassim Nicholas Taleb an: „Der schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“. Diese Metapher vom Schwarzen Schwan veranschaulicht eine schwerwiegende Beschränkung bei unserem Lernen durch Beobachtung oder Erfahrung und die Zerbrechlichkeit unseres Wissens. Bezogen auf die aktuelle Corona-Pandemie beschreibt der Schwarze Schwan somit ein Ereignis, das selten und höchst unwahrscheinlich ist. Niemand hätte sich vorstellen können, welche sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen es auf unser Leben und unsere Gesellschaft haben würde. 

Vom Corona-Schock in die Post-Corona-Welt(wirtschaft): dass Corona ein globales Thema und nicht nur in Deutschland relevant ist, ist sicher jedem mittlerweile bewusst. Mehr noch: Corona ist ein Schock für die gesamte globalisierte Welt und entspricht einem exogenen Naturereignis. Beispielsweise sind weltweit ca. 150 Millionen Menschen durch oder mit Corona in die Armut zurückgefallen. 

Durch diesen Schock kann es aber auch zu dauerhaften Veränderungen und Umbrüchen kommen, weil die Pandemie wie ein Brennglas wirkt, das strukturelle Defizite und Versäumnisse zeigt sowie Schwächen knallhart offenlegt. Die Pandemie ist eine kollektive Erfahrung der Verwundbarkeit jedes Einzelnen sowie der gesamten Gesellschaft weltweit. 

Professor Vöpel beantwortete Fragen zur Geldpolitik, zur steigenden Staatsverschuldung, zur zu erwartenden Insolvenzwelle und deren Auswirkungen sowie Fragen zur These „Corona als Chance?!“. 

Sein Fazit: es gilt nun den Übergang in die „Post-Corona-Welt“ zu gestalten. Die Wirtschaft muss verändert aus der Krise hervorgehen; innovativer und flexibler als sie in diese Krise ging. Das wird ein schmerzhafter Prozess.